Unsere Veranstaltungshinweise:


Ihr Pfarrer Thomas Stummer

Guten Tag und Herzlich Willkommen

Sternsingen gegen Kinderarbeit

Liebe Sternsinger, liebe Begleiterinnen und Begleiter,
zu Beginn dieses Gottesdienstes hat uns „die Erde“ eine Frage gestellt, könnt Ihr Euch erinnern? Sie hat gefragt, ob wir alle mithelfen wollen, damit Kinder in Bangladesch nicht mehr arbeiten müssen und stattdessen in die Schule gehen können.

Wenn Ihr in den kommenden Tagen wieder als Sternsinger durch die Straßen zieht und Spenden sammelt, macht Ihr genau das: Ihr helft mit, dass sich das Leben von ganz vielen Kindern, nicht nur in Bangladesch, sondern weltweit, zum Besseren verändert. Viele von Euch haben bestimmt die Geschichten von Nour und Tazim gelesen. Diesen beiden habt Ihr bereits geholfen. Denn mit den Spenden, welche die Sternsinger in den letzten Jahren gesammelt haben, konnten Projekte gefördert werden, durch die besonders arme Familien unterstützt wurden, so dass viele Kinder und Jugendliche wie Nour und Tazim heute nicht mehr jeden Tag schuften müssen, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Stattdessen dürfen sie nun in die Schule gehen, lernen und danach mit ihren Freundinnen und Freunden spielen.

Darüber können wir uns alle freuen und bitte vergesst es nie: Das alles sind ganz wichtige Rechte, die jedes Kind auf der Welt hat: das Recht auf Bildung und freie Meinungsäußerung, das Recht auf Schutz und ausreichend Freizeit, und ganz wichtig das Recht auf Gesundheit im Sinne einer medizinischen Grundversorgung sowie genügend Nahrung und sauberes Wasser. Leider gibt es hierbei in vielen Ländern der Welt, wie wir wissen, große Ungerechtigkeiten. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir Menschen einfach nicht bereit sind, mehr zu teilen, und Kinder oft zu schwach sind, für ihre Rechte zu kämpfen. Nicht selten wissen sie auch gar nicht, dass sie diese Rechte überhaupt haben.

Ein Blick in die Bibel zeigt, dass es solche Ungerechtigkeiten auch vor zweitausend Jahren schon gab. Wir haben eben das Evangelium von den drei Waisen aus dem Morgenland gehört, die dem Stern bis zum Stall in Bethlehem gefolgt sind, auf der Suche nach dem neugeborenen König. Bestimmt wisst Ihr, dass die Bewohner von Bethlehem kurz zuvor, als die schwangere Maria und ihr Mann Josef um Hilfe baten, ihre Türen zugemacht und sie weggeschickt haben. Alles, was sie in dieser Notsituation bekamen, war eine Futterkrippe.

Das zeigt, wie kaltherzig Menschen sein können. Und doch spendet diese Geschichte vom Heiligabend gerade armen Familien auf der Welt Trost, denn sie sehen: Gott selbst kennt ihre Not. Auch ER erfährt schon vor seiner Geburt Ablehnung und kommt nicht in einem prächtigen Königspalast zur Welt, sondern irgendwo abgelegen auf den Hirtenfeldern, in einem ärmlichen Stall.

Für uns Sternsinger ist dabei besonders spannend, wie sich die drei Sterndeuter damals verhielten. Der Erzählung nach waren das kluge und wohlhabende Männer, weswegen man durchaus vermuten könnte, dass sie enttäuscht waren, nach einem langen Weg, den verheißenen König an einem solch erbärmlichen Ort vorzufinden. Doch dem war nicht so. Wisst Ihr noch, was passierte, als sie zum Stall kamen? Was haben die drei Könige gemacht?

Sie fielen auf ihre Knie und holten ihre Schätze hervor: Gold, Weihrauch und Myrrhe (vgl. Mt 2,11). Warum taten sie das? Ich glaube, weil ihnen ein einziger Blick in die Augen von Jesus gereicht hat, um zu erkennen, dass dies wirklich der Messias, der Sohn Gottes war, den sie so lange gesucht hatten. Sie spürten, dass dieses Kind besonders war, ein Mensch, der alles verändern konnte.

Später als Erwachsener, lehrte eben dieser Jesus, dass jeder Mensch in den Augen Gottes wertvoll ist, und besonders Kinder es verdienen, dass man sie gut behandelt.

Genau diese Botschaft wollen wir in den kommenden Tagen als Sternsinger von Tür zu Tür tragen: Wir bringen den Segen Gottes zu den Menschen und singen voller Freude davon, dass unser Gott einst selbst als kleines Kind auf die Erde kam, um allen zu zeigen, wie sehr er uns liebt, und dass er auch in der größten Not immer bei uns ist. ER kennt unsere Rechte und ist ein gerechter Gott, der alle Wege mit uns geht.

Darum, liebe Sternsinger, möchte ich Euch allen sagen, wie sehr es mich freut, dass Ihr wieder mitmacht, und ich danke Euch von Herzen für Euren Einsatz. Viele Erwachsene begleiten und helfen Euch dabei; auch Ihnen möchte ich ein ganz herzliches „Vergelt’s Gott“ zurufen. Lasst uns alle gemeinsam diese wunderbare Aktion unterstützen, Gottes Liebe verkünden und notleidenden Kindern in der Welt helfen, getreu dem Motto: „Sternsingen gegen Kinderarbeit! Schule statt Fabrik“!


(Predigt des Augsburger Bischofs Bertram Meier anlässlich der diözesanen Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen 2026 )




Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer Thomas Stummer